FILME, DIE BRENNEN – Vortrag von Dr. Maryam Palizban

Sonntag, 15. Juli 2018, 14:00 Uhr, Carl-Amery-Saal, Gasteig, Eintritt 5,00 EURO

FILME, DIE BRENNEN

Vortrag zur iranischen Filmgeschichte vor und nach der Revolution von Dr. Maryam Palizban

Ein Raum, der in Flammen steht. Ein geschlossener Raum.

Dieser Raum ist ein Kino. Das Schicksal einer Gesellschaft wurde mit diesem Raum, dem Kino, und seiner Vernichtung durch Feuer neu definiert. Am 10. August 1978 wurde das Cinema Rex in Abadan, einer Stadt im süd-östlichen Iran während einer Vorstellung mit mehr als 700 Zuschauern in Brand gesetzt. Weil die Aufklärung dieses Anschlags durch das damalige Regime von Mohammad Reza Pahlavi verschleppt wurde, stieg die Welle der oppositionellen Proteste im Sommer 1978 sprunghaft an. Der Fall des Cinemas Rex ist bis heute ungeklärt –  doch seine Rolle bleibt in der Revolution, aber auch in der Geschichte der iranischen Filmkultur, essenziell.

Anhand von Filmen, die vor und nach der iranischen Revolution entstanden sind, untersucht der Vortrag die Frage, wie die filmischen Inszenierungen von einer sich rasant entwickelnden kulturellen Revolution beeinflusst wurden.

 

Dr. Maryam Palizban ist Theaterwissenschaftlerin, Dichterin, Schauspielerin und Theaterregisseurin. Sie lebt seit 2005 in Berlin und promovierte 2014 an der Freien Universität über Ta’ziya, das iranisch-schiitische Theater-Ritual, und die Figurationen des Märtyrers. Ihre Dissertation erschien 2016 unter dem Titel „Performativität des Mordes“ beim Kadmos Verlag. Dr. Palizban veröffentlicht regelmäßig in Deutsch Englisch und Farsi über Kultur- und Kunsttheorie, Philosophie und Religionswissenschaften mit dem Fokus auf Iran. Im Iran ist sie als Schauspielerin durch Filme wie Deep Breath (Internationale Filmfestspiele von Cannes, 2003) sowie als Dichterin bekannt geworden. Bei CINEMA IRAN war sie 2016 als Schauspielerin in LANTOURI von Reza Dormishian zu sehen und zu Gast in München.